Finanzen und Steuern

28.04.2012

Haushalt der Stadt Maintal

Kommentar eines B├╝rgers

In dem Bericht des Club of Rome 1972 „Die Grenzen des Wachstums“ heißt es: Wenn eine immer längere Zeit zwischen der Freisetzung eines Schadstoffes und seiner schädlichen Wirkung liegt, so wissen wir auch, dass alle Maßnahmen, diese Wirkung künftig zu vermeiden, eine genauso verzögerte Wirkung haben.

Mit anderen Worten heißt das, dass Maßnahmen, die erst ergriffen werden, wenn sich schädliche Wirkungen gezeigt haben, viel zu spät kommen, um ein noch stärkeres Anwachsen der schädlichen Wirkungen zu vermeiden. Diese Systeme sind außerordentlich schwierig zu beherrschen. Denn es ist bei ihnen erforderlich, in der Gegenwart Maßnahmen gegen Folgen in einer fernen Zukunft zu ergreifen, die für einen Großteil der augenblicklich lebenden Menschen ohne praktischen Belang sind.

 

Und in dem Maintaler Ärzte-Appell von 2004 heißt es: Für die Mobilfunkstrahlung gilt: „Intensität x Zeitdauer = Wirkung“. Da eine Zeitdauer über Jahre nicht abgewartet werden kann, wird der Faktor Zeit schlicht vernachlässigt und es kommt nur dann zu einer bemerkbaren Wirkung, wenn dem Faktor Intensität ein ihm nicht zustehendes Übergewicht gegeben wird, damit in kurzer Zeit Wirkungen eintreten. Und diese werden dann den Grenzwerten zugrunde gelegt. Dies ist eine reduktionistische Betrachtung, deren gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung unabsehbar sind. Reduktionismus, bei dem nur einem Faktor ein ihm nicht zustehendes Übergewicht zugestanden wird, erzeugt aber eine falsche Perspektive von Sicherheit.

Der Haushalt der Stadt Maintal könnte in vielen Punkten entlastet werden, wenn sie einmal diskutiert werden würden, z.B.:

 

Im Brief der LA21 vom 16.12.2009 an den Magistrat und die Stadtverordneten heißt es: ‚In der Haushaltposition 20201-1001 sind 300.000 € für den Erwerb von Digitalfunkgeräten eingestellt.’ Bei der Einführung des Behörden.- und Sicherheitsfunks TETRA/BOS ist aber gründliche Vorsicht geboten. Technische und organisatorische Mängel sind bekannt.

 

Im Brief vom 08.11.2010 an Herrn Sachleber heißt es: ‚Ein Stadtleitbild-Projekt „Flächenhafte Verkehrsberuhigung“ könnte die Stadt vorteilhaft bekannt machen als prosperierenden Wirtschaftsstandort und attraktiven Wohnungsstandort.’ Eine verkehrsschil-derarme und ampelfreie Stadt könnte den Haushalt um einige hunderttausend Euro für ständige Erneuerung, Betriebskosten und Wartungskosten entlasten und ganz nebenbei auch noch das Verkehrsklima zwischen allen Verkehrsteilnehmern verbessern.

 

Das sind nur 2 Beispiele für mögliche Haushaltentlastungen ohne Nachteile für den Bürger. Die Zusammenlegung von Stadtteilbüchereien oder Feuerwehren sind ungeeignete Maßnahmen im Sinne von ‚Gemeinnutz geht vor Eigennutz’. Die Vernachlässigung dieses Grundsatzes wäre der Tod der Demokratie.

 

Dipl.-Ing. Otto Einsporn VDI