Finanzen und Steuern

01.11.2006

Geld regiert die Welt, doch wer regiert das Geld?

Deshalb ist die Demokratiefrage eine Geldfrage !

Auf den ersten Blick sind die Politiker die Verantwortlichen für das Wohlergehen der Gesellschaft. Wenn eine Entwicklung nicht positiv verläuft, wird der Schuldige demnach zuerst in der Politik gesucht. Von dort kommt daraufhin fast immer die stereotype Antwort: »Das nötige Geld fehlt.« Die wirklichen Machtverhältnisse im Staat liegen tatsächlich anders.
Jeder Politiker wird von einer Heerschar Lobbyisten umringt, die die Interessen bestimmter Gruppen vertreten und die mit Hilfe verschiedenster Versprechungen die Politik beeinflussen. Dabei spielt Geld immer eine entscheidende Rolle. Je knapper die Finanzen des Staates oder je machthungriger der Politiker, desto eher wird er dem Werben der Lobby notgedrungen oder schuldhaft erliegen. Die einflussreichsten Lobbyisten sind daher zwangsläufig diejenigen, welche die kapitalstärksten Organisationen vertreten.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass dazu vor allem die großen Konzerne gehören - also z.B. die Autoindustrie, die Pharma- und Chemieunternehmen oder die Energiewirtschaft. Die meisten dieser Unternehmen sind Aktiengesellschaften. Das heißt, die Entscheidungen der Vorstände sind abhängig von der Zustimmung der Aktionäre. Die Aktien sind jedoch nicht gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilt - sie spiegeln nicht das Sozialgefüge des Staates wieder, sondern das Kapitalgefüge !

Wer das meiste Geld hat, kann die meisten Aktien halten und wer die meisten Aktien hält, steuert die Entscheidungen der Konzernvorstände. Es sind alles andere als demokratische Vorgänge, die die Geschicke der Gesellschaft in erster Linie beeinflussen. Es sind vielmehr die oben genannten 5 % der Bevölkerung - Privatleute, die über 98 % des gesamten Geldes verfügen!
Das heißt nicht, dass diese Menschen alle korrupt sind - sie profitieren lediglich von den Mechanismen der herrschenden »Zinslogik«. Vielen von ihnen werden diese Zusammenhänge möglicherweise gar nicht bewusst sein, da sie - wir alle - zuerst ihren persönlichen Wohlstand im Auge haben. Sie sehen nur den eigenen Geldgewinn und nicht den Verlust auf der anderen Seite.

Auf diese Weise reicht es bereits aus, dass die Großaktionäre auf steigenden Gewinnen bestehen, um den verhängnisvollen Kreislauf der Wachstumswirtschaft in Gang zu halten.

Die wissenschaftliche Feststellung, dass der Untergang von 21 Kulturen ausschließlich auf die extreme Konzentration von Reichtum und mangelnden Willen zu notwendigen Veränderungen der Gesellschaft zurückzuführen ist, sollte uns mahnen, aus den Fehlern der Geschichte zu lernen. Wir dürfen uns nicht zum Sklaven des Geldes machen, sondern wir müssen es verstehen, gestalten und beherrschen, um Nutzen für alle Menschen daraus zu ziehen!