Natur und Umwelt

24.03.2008

Landschaft im Ballungsraum: Liebenswert und bedroht

Lokale Agenda 21

Das Landschaftsbild Maintals ist geprägt von:
* Lage im Rhein-Main Ballungsraum mit entsprechender Verkehrsanbindung
* Ursprünglichen Wäldern und Restbeständen feuchter Auenlandschaften
* Bachläufen
* Ausgiebigen Streuobstbeständen
* Intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen im Norden Maintals

Durch die Nutzung der Landschaft in Vergangenheit und Gegenwart, durch die Ansprüche der Bewohner wie Anrainer an die Maintaler Landschaft und durch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung wie die politischen Rahmenbedingungen ergeben sich – neben positiven Erscheinungen - folgende Probleme für eine langfristige und nachhaltige, d.h. zukunftsbeständige Nutzung der Landschaft, die auch zukünftigen Generationen uneingeschränkt zugute kommt:

* Schrumpfung und Zerschneidung der freien Landschaft durch das Wachstum von Ortsteilen und Verkehrswegen * Drastischer Rückgang der Zahl landwirtschaftlicher Betriebe (Bedrohung der Existenz durch Ertragssituation, steigende Mindestbetriebsgröße, schrumpfende Flächen, Probleme mit der Generationenfolge bei der Betriebsleitung, ...) * Beitrag zum Artensterben durch Einschränkung von Biotopen (intensive landwirtschaftliche Nutzung, Verkehrswege, Rodung von Hecken, Drainage von Feuchtgebieten und Kanalisierung von Bachläufen, Belastung durch Freizeitnutzung, ...) * Schleichende Zerstörung der Ackerböden durch Beackerung und Erosion. Partielle Abtragung der Humusschicht und Zerstörung des natürlich gewachsenen Bodenaufbaus insbesondere im Norden der Maintaler Gemarkung, s. K. Weltner, "Von der schleichenden Zerstörung der Ackerböden", in: Umwelt- und Naturschutz in Maintal, Landsberg 1992) * Teilweise fehlende Kenntnisse der Einwohner und Gäste Maintals über biologische, geologische, und naturgeschichtliche Zusammenhänge, bei manchen Mitmenschen Konsumhaltung gegenüber Natur und Landschaft und unterentwickeltes Bewusstsein für eine nachhaltige Landschaftsnutzung * Landwirte sind bislang nicht systematisch in die Landschaftspflege eingebunden, für manche Landschaftsbestandteile fehlen nachhaltige Pflegekonzepte (z.B. Heckenpflege, Streuobstwiesenpflege)

Das Landschaftsbild von Maintal mit der Mainaue im Süden, der neu zu gestaltenden "Grünen Mitte" zwischen Bischofsheim, Hochstadt und Dörnigheim und dem landwirtschaftlich intensiv genutzten Norden der Maintaler Gemarkung (südlich der Hohen Straße) soll erhalten, gepflegt und der Wert der Landschaft soll für eine ökologisch nachhaltige Nutzung verbessert werden. Konkret heißt das:

* das Flächenwachstum der Ortsteile und der Verkehrswege zulasten der freien Landschaft soll begrenzt werden, * für die Landschaftspflege sollen nachhaltige Konzepte entwickelt werden, * unter Berücksichtigung der genannten Vorstellungen sollen die Existenzbedingungen für landwirtschaftliche Betriebe in Maintal verbessert werden, so dass Landwirtschaft in Maintal langfristig überleben kann, * Biotope - d.h. naturnahe Lebensräume für Pflanzen und Tiere - sollen entwickelt, gepflegt und vernetzt werden, * das Bewusstsein und die Verantwortung der Einwohner wie der Besucher Maintals für die Erhaltung, Pflege und nachhaltige Nutzung der Maintaler Landschaft sollen gefördert werden.

Hans Fischer