Wirtschaft und Soziales

09.08.2006

Wirtschaft

Vom Sinn des Wirtschaftens

Sehrviele Menschen laufen mit der Vorstellung herum, der Sinndes Wirtschaftens bestehe darin, daß die Unternehmer Gewinne machen ! Diese Vorstellung wird von vielen Journalisten im Fernsehen, im Rundfunk und in den Zeitungen verbreitet. Und wohl alle Unternehmer gehen von dem Gedanken aus, daß es auf eine Profitmaximierung ankäme.

Dabei liegt es an sich auf der Hand, daß alles Produzieren von Waren einzig und allein denSinnhaben kann, die Menschen mit den von ihnen laufend benötigten Waren zu versorgen ! Wir sollten uns darüber klar werden, daß alleunsere Vorstellungen und Empfindungen in Bezug auf "die Wirtschaft" davon bestimmt werden, welchen Sinnwir ihr - bewußt oder auch nur unbewußt - zugrunde legen.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Wenn ein Konzern damit droht, seine Produktion in ein Land zu vorlegen, in dem niedrigere Löhne zu zahlen sind oder das auch tatsächlich tut, so kann das nichtsdamit zu tun haben, daß er um eine Versorgung von Menschen mit den von ihnen benötigten Waren besorgt ist. Es kann sich nur darum handeln, daß er die Konkurrenz ausstechen und dadurch seine Gewinne maximieren will

Und wenn wirdamit einverstanden sind, daß dem Konzern Zugeständnisse gemacht werden, so gehen wir ebenfalls von der falschen Grundansicht aus, daß es darauf ankomme, daß der Konzern seine Gewinne maximiert. In bezug auf den nationalen oder internationalen Konkurrenzkampf hat man uns seit langer Zeit erklärt daß Konkurrenz das Geschäft belebe und zur Verbesserung und Verbilligung der Waren führe.

Aber ein Unternehmer, der um eine optimale Versorgung der Menschen besorgt wäre, braucht keinen Konkurrenzdruck, um seine Produkte zu verbessern. Und eine Preissenkung wird ja nur durchgeführt um die Konkurrenten aus dem Felde zu schlagen und dadurch die eigenen Gewinne zu steigern und nicht, um die Verbraucher günstiger zu beliefern. Auch da steckt also der falsche Grundgedanke von der Profitmaximierung dahinter.

Daß vom Staat gelenkte Wirtschaftsbetriebe besser und menschenfreundlicher arbeiten, wird nach dem Zusammen-bruch des Ostblocksystems kaum noch behauptet. Allerdings hört man immer wieder das Argument, daß eine solche Lenkung eine Einflußmöglichkeit der Bürger bringe. Das ist nicht wahr, denn die Landesbewohner haben in unseren Verfassungen und in der Wirklichkeit - keine Einflußmöglichkeit sie dürfen nur ihre Vormünder wählen, und die bestimmen dann was zu geschehen hat nämlich das, was ihre Groß-"Spender" von ihnen verlangen.

Die Politiker richten sich nach dem falschen Grundgedenken der Profitmaximierung und tun alles, um diese zu ermöglichen. Sie halten die Gier der Unternehmer nicht im Zaum, sondern fördern sie. Die riesigen Steuergeschenke an die Konzerne in den vergangenen Jahren machen die Reichen reicher und die Armen ärmer. Von den Regierungen und Parlamenten ist keine Besserung zu erhoffen Sie werden schon sehr lange durch die Geldmacht der Konzerne gesteuert

Und wenn man denkt, die Gewerkschaften könnten etwas bewirken, so irrt man sich ebenfalls. Sie werden gegeneinander ausgespielt und müssen "zähneknirschend" alle Entlassungen und Betriebsschließungen akzeptieren, da ihnen nichts anderes übrig bleibt, weil sie letztlich an die falsche Grundmaxime von der Profitmaximierung glauben.

Erst wenn immer mehr Menschen erkennen, daß der Sinn alles Wirtschaftensnicht in der Profitmaximierung der Unternehmer besteht, sondern in der Versorgung der Menschen mit den von ihnen benötigten Waren läßt sich eine Besserung der Zustände einleiten !

GeorgvonMaintal, 09.08.2006 / 1561